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Schritt für Schritt zurück ins Leben: Lukas Studer über seinen Weg bei ESPAS

Ein Neuanfang nach einer schwierigen Zeit

Vor knapp einem Jahr kam Lukas Studer zur ESPAS. Zu diesem Zeitpunkt lag bereits eine lange und belastende Phase hinter ihm.

Nach einer Covid Erkrankung kämpft mit den Folgen von Long Covid. Weil seine Beschwerden zunächst kaum eingeordnet werden konnten, arbeitete er trotz Erschöpfung und gesundheit­licher Probleme weiter.

Rückblickend beschreibt er diese Zeit als extrem belastend. «Irgendwann war ich komplett ausgelaugt.»

Durch Freunde wurde er schliesslich auf ESPAS aufmerksam gemacht. Für Lukas war besonders wichtig, einen Ort zu finden, an dem ein langsamer und realisti­scher Wiederein­stieg überhaupt möglich war. Genau das fand er bei ESPAS. Dieser behutsame Einstieg wurde für ihn zum entschei­denden Wendepunkt.

ESPAS war für mich die passende Lösung, weil ich mit acht bis zehn Stunden pro Woche starten konnte und gleichzeitig in ein strukturiertes Programm eingebunden war.

Lukas Studer

Verschiedene Bereiche kennenlernen und Neues entdecken

Seinen Start machte Lukas im Bereich Arbeitsin­te­gration. Dort arbeitete er an unterschied­lichsten Kundenauf­trägen mit. Die Aufgaben waren abwechslungs­reich und reichten von einfachen administra­tiven Tätigkeiten bis hin zu kreativen Projekten.

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm das Projekt Restwert. Dabei werden verschie­denste gebrauchte bzw. ausrangierte Gegenstände entgegen­ge­nommen, aufbereitet und anschliessend weiterver­kauft. Lukas war im gesamten Prozess involviert, von der Aufbereitung der Produkte bis hin zur Rechnungs­stellung.

«Es war schön zu sehen, dass man Verantwortung übernehmen und eigene Ideen einbringen konnte.»

Mit der Zeit erhielt er die Möglichkeit, weitere Bereiche kennenzu­lernen. Unter anderem entwickelte er sogar ein Konzept für einen Newsletter der ESPAS. Im Rahmen eines Schnupper­tages erhielt er zudem Einblicke in den Gastrobe­reich des ESPAS Restaurants. Dabei erlebte er das Team als besonders unterstützend und motivierend.

Heute arbeitet Lukas im Bereich Logistik. Dort hat er eine Aufgabe gefunden, die gut mit seiner gesundheit­lichen Situation vereinbar ist. Schritt für Schritt konnte er seine Belastbarkeit wieder aufbauen und neues Vertrauen in sich selbst gewinnen.

Kleine Schritte mit grosser Wirkung

Besonders stolz ist Lukas darauf, wie weit er in den vergangenen Monaten gekommen ist. Zu Beginn arbeitete er acht Stunden pro Woche. Heute sind es bereits 26 Stunden. Für ihn ein enormer Fortschritt.

Mein grösster Erfolg ist wahrscheinlich, dass ich trotz allem nie aufgegeben habe.

Lukas Studer

Auch wenn die gesundheit­lichen Herausfor­de­rungen teilweise weiterhin spürbar sind, blickt er heute deutlich positiver in die Zukunft. Die Betreuung durch die Fachpersonen und Job Coaches haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. «Ich habe mich immer ernst genommen und unterstützt gefühlt.»

Zwischen Hoffnung und Herausfor­derung

Eine der grössten Herausfor­de­rungen bleibt für Lukas die Stellensuche und die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt. Die Unsicherheit sei oft präsent.

«Die Zweifel sind manchmal schon da, ob man den Sprung zurück zu hundert Prozent schafft.»

Hinzu komme, dass man sich immer wieder erklären müsse, weshalb man ausgefallen sei, warum der berufliche Weg unterbrochen wurde und wie sich die eigene Situation entwickelt hat. Umso wichtiger sei die Unterstützung durch das Coaching und die Begleitung bei der ESPAS.

Trotz dieser Herausfor­de­rungen hat Lukas klare Ziele vor Augen. Sein Wunsch ist es, langfristig wieder vollständig zu 100% im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Auch wenn der erste Schritt vielleicht nicht direkt zum Traumjob führt, sieht er darin bereits einen grossen Erfolg. Weiterbil­dungen und neue Perspektiven kann er sich gut vorstellen.

Menschlichkeit und Flexibilität als Stärke

Was Lukas an ESPAS besonders schätzt, ist die Kombination aus Struktur, Betreuung und gleichzeitig viel persönlicher Freiheit. Trotz der mittlerweile grossen Organisation erlebe er den Umgang als sehr menschlich und sozial.

Man merkt, dass hier wirklich auf die Menschen geschaut wird.

Lukas Studer

Für die Zukunft wünscht er sich noch mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Arbeitsort. Gleichzeitig sieht er, dass sich ESPAS in diese Richtung bereits weiterent­wickelt.

Ein besonders schöner Moment war für ihn das Weihnachts­ge­schenk der ESPAS Mitarbeiter:innen und Teilnehmer:innen eine Musical-Eintritts­karte. «Das war für mich etwas sehr Besonderes.»

Wieder nach vorne schauen

Neben seiner beruflichen Entwicklung hat Lukas auch privat wieder begonnen, neue Energie zu finden. Nach der langen Zeit mit Covid und Long Covid kann Lukas vieles, was ihm früher wichtig war, Schritt für Schritt wieder aufgreifen. Reisen, wieder ab und zu ausgehen, Krafttraining, Fahrradfahren oder Calisthenics gehören heute zunehmend wieder zu den Dingen, die ihm Energie und Lebensfreude geben.

Seine Geschichte zeigt, dass Fortschritt nicht immer in grossen Sprüngen passiert. Manchmal beginnt alles mit wenigen Stunden bzw. Schritten pro Woche, mit Vertrauen und mit Menschen, die bereit sind, eine Person individuell zu begleiten.

Für andere Teilnehmer:innen würde Lukas ESPAS jederzeit weiteremp­fehlen. Für ihn bietet die Institution genau die richtige Balance zwischen Unterstützung, Struktur und persönlicher Freiheit.

Und vielleicht ist genau das für viele Menschen der wichtigste erste Schritt zurück in den Arbeitsalltag.