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Näher am Menschen arbeiten – Marcel Suppanz über seinen Weg zu ESPAS

Marcel Suppanz wollte Menschen auf ihrem beruflichen Weg direkter begleiten. Dieser Wunsch führte den ihn zu ESPAS. In der Berufsin­te­gration verbindet er persönliche Unterstützung mit anspruchs­voller Koordination. Die ersten Monate zeigten ihm, wie vielseitig diese Aufgabe ist - und wie viel er von erfahrenen Kolleg:innen lernen kann.

Der Wunsch nach mehr Nähe

300 Lernende, verteilt auf verschiedene Kantone: Marcel kannte die Berufsbildung aus einem grossen Umfeld. Bei seiner beruflichen Neuorien­tierung wurde ihm klar, was er sich für seine nächste Aufgabe wünschte. Er wollte näher am einzelnen Menschen sein und dessen Weg in die Arbeitswelt unmittel­barer begleiten.

Die Weiterbildung zum Job Coach gab den Anstoss, die eigene Recherche führte ihn dann zu ESPAS. Überzeugt hat ihn die Verbindung von persönlicher Begleitung, eigenstän­digem Arbeiten und einem Team, das er jederzeit fragen kann.

Eine Aufgabe mit vielen Rollen

Als fallführende Person in der Berufsin­te­gration führt Marcel unterschied­liche Informationen zusammen, ordnet sie ein und sorgt dafür, dass die Beteiligten miteinander im Austausch bleiben. Er koordiniert die Zusammen­arbeit mit Fachpersonen und der Invaliden­ver­si­cherung (IV) und begleitet die Teilnehmenden persönlich. Dazu kommt Job Coaching mit dem Kern der Arbeitsmarkt­in­te­gration.

Dafür braucht es unterschied­liche Rollen: Marcel sieht sich als Übersetzer, Diplomat, Lehr- und Begleitperson. Er erklärt Zusammen­hänge, vermittelt zwischen Anliegen und unterstützt Teilnehmer:innen auf ihrem Weg. Wie intensiv und anspruchsvoll diese Arbeit ist, hat er in seinen ersten Monaten erfahren. Die Nähe, die er gesucht hat, fordert ihn auch fachlich.

Der erste persönliche Erfolg

Gerade bei komplexen Fällen konnte Marcel innerhalb der ESPAS auf langjährige Fachpersonen zählen, auch über Abteilungs­grenzen hinweg. Der Austausch half ihm, Zusammen­hänge besser zu verstehen und Schritt für Schritt in seine Rolle hineinzu­wachsen.

Schon in seinen ersten fünf Monaten konnte er komplexe, abteilungs­über­grei­fende Fälle organisieren und koordinieren. Darin sieht Marcel einen persönlichen Erfolg: Verantwortung zu übernehmen und die anspruchs­volle Zusammen­arbeit zwischen verschie­denen Beteiligten gestalten können. Dabei bleibt sein Ziel, die Selbstän­digkeit der Teilnehmer:innen zu stärken.

Erfolg ist, wenn jemand seinen Weg zunehmend ohne mich geht.

Marcel Suppanz

Rückhalt und Humor im Team

Eigenständig arbeiten und bei Fragen auf andere zugehen können: Diese Verbindung schätzt Marcel an ESPAS.

Eine besondere Rolle spielt sein Mentor, seine erste Ansprech­person bei ESPAS. Von ihm erhält Marcel neue Sichtweisen und Ansätze. Zum Austausch gehört auch der humorvolle Umgang miteinander, den er besonders schätzt.

Passende Arbeit gemeinsam gestalten

Für die Zukunft hat Marcel einen Wunsch: die Möglichkeiten von Supported Employment und Job Carving bekannter machen und in der Zusammen­arbeit mit Unternehmen noch stärker nutzen.

Beim Supported Employment werden Menschen möglichst früh und individuell auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt begleitet. Im Zentrum steht nicht eine Lösung «von der Stange», sondern die Frage, welche Tätigkeiten zur Person passt, welche Unterstützung sinnvoll ist und wie ein Betrieb dabei gute einbezogen werden kann.

Job Carving geht noch einen Schritt weiter: Gemeinsam mit einem Unternehmen wird geprüft, welche Aufgabe im Betrieb vorhanden sind, welche davon bisher ggf. nebenbei erledigt werden oder im Alltag zu kurz kommen und wie daraus ein passendes Aufgaben­profil entstehen kann.

Einzelne Tätigkeiten werden also nicht einfach einer bestehenden Stelle hinzugefügt, sondern so gebündelt und gestaltet, dass sie zu den Fähigkeiten, Interessen und Entwicklungs­mög­lich­keiten einer Person passen. Gleichzeitig entsteht für den Betrieb eine konkrete Entlastung.

Es geht dabei nicht darum, künstliche Arbeitsplätze zu schaffen. Vielmehr werden betriebliche Bedürfnisse und vorhandene Kompetenzen so zusammen­ge­bracht, dass eine für beide Seiten sinnvolle Aufgabe entsteht.

Eine Person kann ihre Stärken einbringen, Verantwortung übernehmen und sich im Arbeitsalltag weiterent­wickeln. Der Betrieb gewinnt Unterstützung bei klar definierten Tätigkeiten und kann Mitarbeiter gezielter einsetzen.

Marcel interessiert besonders, wie ESPAS und Unternehmen solche Wege gemeinsam gestalten können: durch offenen Austausch, eine sorgfältige Klärung der Erwartungen und eine Begleitung, die sowohl die Person als auch den Betrieb im Blick behält. Für ihn kann Job Carving einen Beitrag dazu leisten, berufliche Teilhabe konkreter, nachhaltiger und für alle Beteiligten gewinnbringend zu gestalten.

Neugierig bleiben

Sein Interesse am neuen Arbeitsumfeld reicht über die eigene Aufgabe hinaus. Marcel möchte die verschie­denen Bereiche von ESPAS besser kennenlernen. Auch die Arbeitsagogik interessiert ihn als mögliche weitere Entwicklungs­per­spektive.

Abseits der Arbeit klettert und taucht er gerne. Er liest, hört Musik unterschied­licher Genres, darunter die Musikerin RAYE und schreibt selbst Geschichten.