23 Jahre Engagement, Entwicklung und Lebensmut – Peters Geschichte
Vom Rückschlag zur neuen Perspektive
Manchmal führen schwierige Wege zu den richtigen Orten. So war es auch bei Peter: Nach längeren Phasen der Arbeitslosigkeit suchte er nach einem Umfeld, das Verständnis für seine Krankheit, Stabilität und Sinn vereint. Durch Bekannte, die bereits bei ESPAS tätig waren, erfuhr er von der Stiftung – und fand schliesslich über die IV St. Gallen den Weg nach Zürich. «Ich wollte selbstständiger werden und mir ein neues Umfeld aufbauen», erinnert er sich. Der Berufsberater stellte den Kontakt zu ESPAS her – und der Einstieg gelang.
Ein vielseitiger beruflicher Weg
Seit mittlerweile 23 Jahren ist Peter Teil von ESPAS – und seine Laufbahn zeigt, wie vielfältig die Arbeitsmöglichkeiten innerhalb der Stiftung sind. Die längste Zeit arbeitete er in der Administration, wo er bis heute Aufträge für verschiedene Kunden ausführt. Dazwischen war er drei Jahre im Rechnungswesen und fünf Jahre im ESPAS Restaurant tätig. «Dort habe ich gekocht, Essen ausgegeben und an der Kasse gearbeitet. Ich helfe dort auch heute noch dienstagsvormittags aus, weil ich das Team sehr mag und dort viele Freundschaften entstanden sind», erzählt er mit einem Lächeln. Besonders gerne arbeitet er auch für die Stillförderung Schweiz: «Ich stelle Rechnungen aus und verschicke Artikel und Broschüren. Das ist ein schöner Auftrag – es geht um etwas Positives, um neues Leben. Das macht Freude.».
Wertschätzung, Humor und Teamgeist
Was Peter an ESPAS besonders schätzt, ist der respektvolle Umgang und das Verständnis für seine Situation. «Auf mich und meine Krankheit wird viel Rücksicht genommen. Ich werde zu nichts gedrängt – meine Gruppenleiterin kennt die Symptomatik meiner Depressionen und weiss, wann sie mich bremsen oder motivieren soll», sagt er. Dieses Vertrauen gibt ihm Sicherheit und Raum, Verantwortung zu übernehmen. Auch der Humor kam bei ESPAS nie zu kurz: «Ganz am Anfang – wir waren alle jung und kreativ – haben wir einmal an Heiligabend gearbeitet. Gegenüber sass jemand auf seiner Wohnungsterrasse und rauchte. Wir bastelten einen Papierflieger mit einer lustigen Botschaft und warfen ihn raus. Leider landete er auf dem Parkplatz und war auf einmal verschwunden», erzählt Peter lachend.
Ein Ort, an dem Menschlichkeit zählt
Für Peter steht ESPAS für Sozialität, Verständnis und Kommunikation auf Augenhöhe. «Das ist nicht immer einfach, aber genau das macht ESPAS aus», sagt er überzeugt. Besonders wichtig ist ihm, dass niemand unter Druck steht: «Hier darf man auch mal krank sein. Es gibt Regeln, ja – aber der Druck, perfekt funktionieren zu müssen, fällt weg.» Rückblickend sieht Peter auch, wie sehr er persönlich gewachsen ist:
Früher habe ich auf Kritik negativ reagiert. Heute sehe ich sie als Chance, mich zu verändern. Ich bin stolz darauf, positiv reagieren zu können.
Peter
Diese Haltung prägt nicht nur seine Arbeit, sondern auch seine Rolle im Team: ruhig, reflektiert und mit einem feinen Gespür für Harmonie.
Blick nach vorn und Kraftquellen
Für die Zukunft wünscht sich Peter vor allem eines: Stabilität und gute Zusammenarbeit. «Ich möchte meine Arbeit weiterhin gut machen – und dass die Harmonie im Team erhalten bleibt. Wenn es für alle stimmt, stimmt es auch für mich.» Neben der Arbeit findet er Ausgleich in der Natur und im Fussball. «Ich bin gerne in den Bergen unterwegs – das Wandern gibt mir extrem viel Kraft. Da kann ich loslassen und einfach sein.» Auch das Schreiben hilft ihm, seine Gedanken zu ordnen: «Ich habe mir einmal drei Monate Zeit genommen, um meine Lebensgeschichte aufzuschreiben – rund 150 Seiten. Das hat mir enorm geholfen, vieles zu verarbeiten.».
Peter zeigt eindrücklich, wie wichtig Verständnis, Vertrauen und Menschlichkeit im Arbeitsleben sind. Seit über zwei Jahrzehnten ist er Teil der ESPAS Familie – und ein Beispiel dafür, dass berufliche Integration weit mehr bedeutet als nur Arbeit: nämlich Halt, Sinn und Zugehörigkeit.