Als die Sehkraft nachliess – Melissa fand mit ESPAS ihren beruflichen Weg
Zum Umdenken bewegt
Im Jahr 2012 erlebte Melissa eine unerwartete Wendung in ihrem Leben, als sie kurz vor dem Abschluss ihrer Matura stand: Ihre Sehkraft liess zunehmend nach und sie musste sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Trotz dieser Herausforderung, startete sie ihr Studium wie geplant. Jedoch führte die neue Lebenssituation dazu, dass sie ihren akademischen Weg überdachte und sich schliesslich für eine Berufsausbildung entschied. Unterstützung fand sie dabei durch ihren Berater von der Schweizerischen Fachstelle für Sehbehinderte im Beruflichen Umfeld (SIBU), welche ESPAS als ideale Partnerin für ihre speziellen Bedürfnisse identifizierte. Die Reise war nicht einfach: Melissa sah sich oft mit Lehrmaterialien und Umgebungen konfrontiert, die nicht barrierefrei gestaltet waren. Obwohl sie den Lernstoff gut verstand, war es ihre Aufgabe, eigene Lösungen zu finden und die passenden Hilfsmittel zu wählen, um ihren Abschluss zu erreichen. Bei ESPAS fand sie eine Massnahme, die speziell auf die Bedürfnisse sehbeeinträchtigter Personen einging.
ESPAS befähigt
„Die Vorbereitungen für einen Start in eine Berufsausbildung mit einer Sehbeeinträchtigung ist um ein Vielfaches höher.“, erklärt Melissa. „Bei PDF-Dokumenten müssen Texterkennungen vorhanden sein und die barrierefreien Tools aktiviert werden, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.“ ESPAS nahm ihr viele administrative Aufgaben ab und stellte sicher, dass sie Zugang zu allen notwendigen Ressourcen erhielt. Ein wichtiger Aspekt ihrer Unterstützung durch ESPAS war der Nachteilsausgleich, der spezielle Anpassungen wie Zeitzuschläge bei Prüfungen und die Nutzung von Sprachausgabegeräten beinhaltete. Durch diese gezielte Unterstützung konnte Melissa ihre Ausbildung selbstständig meistern, wobei ESPAS ihr immer zur Seite stand, wenn sie an ihre Grenzen stiess.
Erfolge feiern
„Besonders geschätzt habe ich, dass ESPAS Rücksicht auf die Wünsche eines jeden Einzelnen nimmt und das individuelle Tempo akzeptiert.“, so Melissa. „Mein Gruppenleiter war sehr flexibel und anpassungsfähig, sodass ich in meinem Rahmen selbständig agieren konnte.“ Dies ermöglichte es Melissa, bei ESPAS schnell Verantwortung in ihrem Fachgebiet zu übernehmen, eine Projektwoche zu gestalten und durchzuführen. An diesen Aufgaben wuchs sie und konnte erste kleine Erfolge feiern. Melissa erzählt weiter: „Bei meinem Ausbildungsbetrieb Swisscom hatte ich einen Ausbildner mit einem ähnlichen Mindset an meiner Seite. „Im Rahmen eines laufenden Projektes konnte ich relativ zeitnah die Scrum-Master Rolle übernehmen, einer bestimmten Art des Projektmanagements, und war für Coaching und Moderation des Teams verantwortlich. Dadurch konnte ich meine Führungsfähigkeiten weiterentwickeln.“
Die Zukunft aktiv gestalten
Melissa hat sich ihre Zukunft aktiv selbst gestaltet. So konnte sie im Sommer 2023 ihren Berufsabschluss erfolgreich mit der Note 5.4 entgegennehmen. „Im Anschluss daran habe ich jetzt bei UBS angefangen und möchte möglichst viel Berufserfahrung sammeln. Ich selbst bin sehr flexibel und offen und werde dann sehen, wohin mich die Wege führen.“ Ein Lebensmotto hat Melissa zwar nicht, jedoch erinnert sie sich gerne an die Worte ihres Gruppenleiters, die dieser auf der Abschlussfeier ihrer Ausbildung gewählt hat: „Melissa ist eine ehrgeizige Frau und geht mit Hund und Herz durchs Leben.“
Mehr über unser Angebot an attraktiven Lehrstellen finden Sie hier: